Hand aufs Herz: Wann hast du zuletzt bei einer Probefahrt intensiv die Kopfstützen getestet? Die meisten Käufer achten auf PS-Zahlen, Infotainment und Kofferraumvolumen – aber die Kopfstützen? Die werden oft nur schnell hochgezogen und fertig. Dabei können richtig eingestellte Kopfstützen im Ernstfall schwere Verletzungen verhindern und deinen Fahrkomfort massiv beeinflussen. Gerade bei der Probefahrt solltest du dir Zeit nehmen, um die Kopfstützen einstellen Probefahrt gründlich zu testen.
Als jemand, der seit Jahren Autos auf ihre Alltagstauglichkeit prüft, habe ich eine klare Meinung: Die Kopfstütze ist ein oft unterschätztes Sicherheitsfelement. In diesem Ratgeber zeige ich dir, worauf es wirklich ankommt – von der richtigen Höheneinstellung über den idealen Abstand bis hin zu modernen aktiven Systemen. Du erfährst, wie du während der Probefahrt systematisch prüfst, ob die Kopfstützen zu deiner Körpergröße passen und welche Red Flags du nicht ignorieren solltest.
Warum Kopfstützen bei der Probefahrt so wichtig sind
Stell dir vor: Bei einem Auffahrunfall mit nur 20 km/h wirken auf deinen Kopf Kräfte, die dem Vierfachen des Körpergewichts entsprechen. Ohne korrekt eingestellte Kopfstütze schlägt dein Kopf unkontrolliert nach hinten – das berüchtigte Schleudertrauma (Whiplash) ist die Folge. Die Statistiken sind eindeutig: Bei über der Hälfte aller Auffahrunfälle entstehen Verletzungen der Halswirbelsäule, viele davon wären vermeidbar gewesen.
Was viele nicht wissen: Die Kopfstütze ist eigentlich eine Nackenstütze. Ihre Hauptaufgabe ist nicht der Komfort während der Fahrt, sondern der Schutz bei einem Heckaufprall. Moderne Systeme gehen noch weiter und bieten aktiven Whiplash-Schutz, der im Bruchteil einer Sekunde reagiert. Doch all diese Technik hilft nichts, wenn die Grundeinstellung nicht stimmt.
Eine falsch eingestellte Kopfstütze kann im Ernstfall mehr schaden als nutzen – deshalb gehört der Test zur Pflicht bei jeder Probefahrt.
Bei der Probefahrt geht es nicht nur um Sicherheit. Du verbringst möglicherweise täglich Stunden in deinem neuen Auto. Eine ungünstig positionierte Kopfstütze kann zu Verspannungen, Kopfschmerzen und dauerhaften Nackenproblemen führen. Ich habe Kunden erlebt, die nach wenigen Wochen ihr neues Auto wieder verkaufen wollten – weil sie die Kopfstützen einfach nicht bequem einstellen konnten.
Die richtige Höhe: So misst du beim Test
Die Kopfstütze richtig einstellen beginnt mit der Höhe. Die Faustregel ist simpel: Die Oberkante der Kopfstütze sollte mindestens auf Höhe des Scheitels, idealerweise leicht darüber liegen. Bei der Probefahrt nimmst du deine normale Sitzposition ein – so wie du später fahren würdest – und überprüfst dann die Position.
Mein Tipp: Bitte den Verkäufer oder deine Begleitperson, von der Seite zu schauen und die Position zu kontrollieren. Allein im Rückspiegel ist das schwer zu beurteilen. Die Mitte der Kopfstütze sollte etwa auf Ohrhöhe sein. Das ist die Zone, die bei einem Aufprall den Kopf optimal abstützt.
Praxis-Checkliste für die Höheneinstellung
- Sitzposition einnehmen: Normaler Sitzabstand zum Lenkrad, Rückenlehne in gewohnter Neigung
- Kopfstütze maximieren: Ziehe die Kopfstütze zunächst ganz nach oben
- Scheitelhöhe prüfen: Die Oberkante muss mindestens auf Scheitelhöhe sein
- Feineinstellung: Optimale Position ist 2-3 cm über dem Scheitel
- Fixierung testen: Rüttle leicht an der Kopfstütze – sie darf nicht wackeln oder nachgeben
Achtung bei großen Menschen: Wenn du über 1,90 m groß bist, kommst du bei manchen Modellen an die Grenzen. Ich habe das mehrfach erlebt – die Kopfstütze lässt sich nicht hoch genug ausziehen. Das ist ein K.O.-Kriterium! Auch die teuerste Ausstattung nützt nichts, wenn die Sicherheit nicht gewährleistet ist. Ähnlich wie bei der Kopffreiheit solltest du hier keine Kompromisse eingehen.
Der optimale Abstand: Kopfstütze Höhe messen
Die Höhe ist das eine – der Abstand zum Kopf das andere. Idealerweise sollten maximal 2-4 cm zwischen Hinterkopf und Kopfstütze liegen. Viele moderne Kopfstützen lassen sich nicht nur in der Höhe, sondern auch in der Neigung verstellen. Das ist besonders wichtig, wenn du eine eher aufrechte oder sportliche Sitzposition bevorzugst.
Bei der Probefahrt testest du das am besten so: Lehne dich in deiner normalen Fahrposition zurück. Dein Hinterkopf sollte die Kopfstütze leicht berühren oder nur minimal davon entfernt sein. Ist der Abstand größer, entsteht bei einem Aufprall ein gefährlicher Beschleunigungsweg – der Kopf gewinnt an Schwung, bevor er aufgefangen wird.
Verschiedene Kopfstützen-Systeme im Vergleich
Es gibt grundsätzlich drei Arten von Kopfstützen, die du bei der Probefahrt kennen solltest:
- Passive Kopfstützen: Klassische Variante, manuell in Höhe und manchmal Neigung verstellbar
- Aktive Kopfstützen: Bewegen sich bei einem Aufprall automatisch nach vorne und oben, um den Kopf schneller abzufangen
- Integrierte Kopfstützen: Fest mit der Sitzlehne verbunden, oft in Sportwagen zu finden
Ganz ehrlich: Wenn du die Wahl hast, nimm aktive Kopfstützen. Der Sicherheitsgewinn ist messbar. Moderne Systeme wie Volvos WHIPS oder Mercedes-Benz NECK-PRO haben in Crashtests bewiesen, dass sie das Verletzungsrisiko deutlich senken. Bei der Probefahrt kannst du das System nicht wirklich testen – aber du solltest dich informieren, ob das Fahrzeug über aktive Kopfstützen verfügt.
Whiplash Schutz testen: Was du prüfen kannst
Einen echten Whiplash Schutz testen kannst du bei der Probefahrt naturgemäß nicht – dafür bräuchtest du einen Crash. Aber es gibt indirekte Indikatoren, die auf guten oder schlechten Nackenschutz hinweisen. Die gesamte Sitzgeometrie spielt zusammen: Kopfstütze, Lordosenstütze, Sitzlehnenneigung und die Abstimmung des Sitzes insgesamt.
Führe während der Probefahrt diesen einfachen Test durch: Bremse bei niedriger Geschwindigkeit (etwa 30 km/h) auf einer sicheren Strecke moderat stark ab. Achte darauf, wie stark dein Kopf nach vorne schwingt und wie gut er von der Kopfstütze gehalten wird. Bei einem gut abgestimmten System solltest du minimale Kopfbewegungen spüren.
Die beste Kopfstütze ist die, die du nicht spürst – weil sie perfekt sitzt und dich unterstützt, ohne zu drücken oder zu stören.
Erkennungsmerkmale für gute Nackenstütze Auto prüfen
Worauf solltest du konkret achten? Hier sind meine Prüfpunkte, die ich bei jeder Probefahrt durchgehe:
- Polsterung: Die Kopfstütze sollte ausreichend gepolstert, aber nicht zu weich sein. Zu harte Stützen sind auf Dauer unangenehm, zu weiche bieten keinen Schutz.
- Verstellbereich: Teste, wie weit sich die Kopfstütze nach oben und unten bewegen lässt. Mindestens 6-8 cm sollten es sein.
- Rastung: Die Kopfstütze muss in jeder Position sicher einrasten. Billige Systeme haben nur wenige Rastpositionen.
- Neigungsverstellung: Wenn vorhanden: Lässt sie sich leicht bedienen oder brauchst du Werkzeug?
- Sichtbehinderung: Prüfe beim Schulterblick, ob die Kopfstütze die Sicht nach hinten behindert.
Ein Punkt, der oft übersehen wird: die Kopfstützen der Rücksitze. Wenn du regelmäßig Mitfahrer hast – Familie, Freunde, Kollegen – solltest du auch die hinteren Nackenstütze Auto prüfen. Gerade bei Familienfahrzeugen ist das essentiell. Ähnlich wichtig wie der Test von Kindersitzen sollte auch die Überprüfung der Fondkopfstützen sein.
Ergonomie im Langzeittest während der Probefahrt
Die Sicherheitsfunktion ist die eine Sache – der Komfort die andere. Eine Probefahrt dauert meistens 30-60 Minuten. Das reicht, um ein erstes Gefühl für die Ergonomie zu bekommen, aber nicht für ein abschließendes Urteil. Mein Tipp: Vereinbare, wenn möglich, eine längere Probefahrt von mindestens zwei Stunden oder sogar einen ganzen Tag.
Achte während der Fahrt auf diese Warnsignale:
- Druckgefühl am Hinterkopf: Die Kopfstütze drückt permanent, auch wenn du nicht angelehnt bist
- Nackenverspannungen: Du bemerkst bereits nach kurzer Zeit eine ungünstige Haltung
- Sichteinschränkung: Die Kopfstütze stört beim Schulterblick oder beim Blick in die Spiegel
- Geräusche: Quietschen oder Klappern bei Kopfbewegungen – deutet auf schlechte Verarbeitung hin
Was viele nicht wissen: Die Kopfstütze steht nicht isoliert, sondern ist Teil des gesamten Sitzsystems. Eine perfekt eingestellte Kopfstütze bringt wenig, wenn der Sitz selbst nicht passt. Deshalb solltest du während der Probefahrt auch die Lordosenstütze, die Sitzflächenneigung und die Rückenlehne optimal einstellen. Erst dann kannst du beurteilen, ob das Gesamtpaket stimmt.
Unterschiede zwischen Fahrzeugklassen und Herstellern
In meiner Erfahrung gibt es deutliche Unterschiede, wie verschiedene Hersteller und Fahrzeugklassen mit Kopfstützen umgehen. Premium-Hersteller wie Volvo, Mercedes und Audi investieren traditionell mehr in Sitzsicherheit und -komfort. Dort findest du häufiger aktive Kopfstützen und mehrstufige Verstellmöglichkeiten.
Bei Kleinwagen und Einstiegsmodellen sind die Kopfstützen oft simpler konstruiert. Das muss nicht schlecht sein – aber der Verstellbereich ist meist kleiner und es fehlen Komfortfeatures wie Neigungsverstellung. Für große oder kleine Menschen kann das zum Problem werden.
Besonderheiten bei verschiedenen Fahrzeugtypen
SUVs und Vans: Oft großzügigere Kopfstützen mit mehr Verstellbereich, da mit unterschiedlich großen Passagieren gerechnet wird. Die erhöhte Sitzposition führt zu anderen Winkelbeziehungen – teste daher unbedingt auch die Übersichtlichkeit.
Sportwagen: Integrierte Kopfstützen sind hier häufiger. Sie bieten bei sportlicher Fahrweise besseren Seitenhalt, sind aber oft weniger verstellbar. Für den Alltag nicht immer die beste Wahl.
Elektroautos: Hier beobachte ich einen Trend zu moderneren Sitzsystemen mit aktiven Kopfstützen als Standard. Tesla, Polestar und neuere E-Modelle deutscher Hersteller sind meist gut ausgestattet.
Cabrios: Besondere Herausforderung wegen der fehlenden Dachstruktur. Hier solltest du noch genauer auf stabile Kopfstützen achten – sie sind bei einem Überschlag lebensrettend.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Nach jahrelanger Beratungserfahrung kenne ich die typischen Fehler, die Käufer bei der Kopfstützen-Einstellung machen. Der häufigste: Die Kopfstütze wird zu niedrig eingestellt, weil sie so „nicht stört“. Das ist fahrlässig. Manche Menschen senken die Kopfstütze sogar ab, um bessere Sicht nach hinten zu haben – ein gravierender Sicherheitsmangel.
Ein anderer Fehler: Die Kopfstütze wird nur für die Hauptperson eingestellt, die Beifahrer- und Fondsitze werden vergessen. Gerade wenn du das Auto gemeinsam mit deinem Partner oder deiner Partnerin nutzt, müssen beide die Kopfstützen optimal einstellen können – und das möglichst unkompliziert.
Typische Problemsituationen bei der Probefahrt
Problem 1: Kopfstütze lässt sich nicht weit genug hochziehen
Lösung: Das ist ein echtes Ausschlusskriterium. Suche nach einem anderen Modell mit größerem Verstellbereich oder optionalen Sitzsystemen.
Problem 2: Kopfstütze wackelt oder rastet nicht sauber ein
Lösung: Sprich das beim Verkäufer an. Bei Neuwagen sollte das nicht vorkommen und kann auf Montagefehler hindeuten. Bei Gebrauchtwagen ist es möglicherweise ein Hinweis auf Verschleiß oder einen Unfallschaden – ähnlich wie bei versteckten Mängeln, die du beim Gebrauchtwagencheck entdecken solltest.
Problem 3: Kopfstütze drückt unangenehm gegen den Kopf
Lösung: Versuche zunächst, die Neigung anzupassen. Hilft das nicht, teste alternative Sitze oder Sitzpakete. Manche Hersteller bieten verschiedene Sitzvarianten an.
Problem 4: Keine Neigungsverstellung vorhanden
Lösung: Prüfe, ob eine höherwertige Ausstattungslinie mit besseren Sitzen verfügbar ist. Der Aufpreis lohnt sich für den täglichen Komfort und die Sicherheit.
Integration mit anderen Sicherheitssystemen testen
Moderne Fahrzeuge bieten ein komplexes Zusammenspiel von Sicherheitssystemen. Die Kopfstütze ist nur ein Teil davon. Bei der Probefahrt solltest du auch testen, wie sie mit anderen Systemen harmoniert. Der Seitenairbag im Sitz darf nicht durch eine ungünstige Kopfstützenposition behindert werden. Bei manchen Modellen sind die Kopfstützen sogar mit Sensoren für den Totwinkelassistenten ausgestattet.
Teste auch die Interaktion mit der Gurtgeometrie. Der Sicherheitsgurt sollte sauber über deine Schulter laufen, ohne durch die Kopfstütze behindert zu werden. Bei ungünstiger Konstruktion kann die Kopfstütze den Gurtverlauf negativ beeinflussen.
Ein weiterer Aspekt: Wie arbeiten Kopfstütze und Rückenlehne zusammen? Bei einem Aufprall sollte die Lehne den Körper kontrolliert zurückfedern lassen, während die Kopfstütze gleichzeitig den Kopf auffängt. Dieses Zusammenspiel kannst du bei der Probefahrt zwar nicht komplett testen, aber du kannst nach Informationen fragen und die grundsätzliche Sitzgeometrie beurteilen.
Checkliste: Kopfstützen bei der Probefahrt systematisch prüfen
Hand aufs Herz: Bei all den Dingen, die du bei einer Probefahrt beachten sollst, kann man schnell den Überblick verlieren. Deshalb habe ich dir eine kompakte Checkliste zusammengestellt, die du ausdrucken oder auf dem Smartphone mitnehmen kannst:
- Vor der Fahrt: Sitzposition einstellen – erst dann die Kopfstütze anpassen
- Höhe prüfen – Oberkante mindestens auf Scheitelhöhe, besser 2-3 cm darüber
- Abstand messen – maximal 2-4 cm zwischen Kopf und Stütze
- Verstellbarkeit testen – Höhe, Neigung, Leichtgängigkeit der Mechanik
- Fixierung kontrollieren – kein Wackeln, sauberes Einrasten
- Komfort bei 10-minütiger Fahrt – erste Eindrücke sammeln
- Sichtbehinderung prüfen – Schulterblick und Spiegel-Check
- Beifahrerseite nicht vergessen – auch dort alles einstellen und testen
- Rücksitze checken – besonders bei Familienautos wichtig
- Nach Aktiv-System fragen – falls nicht erkennbar: Verkäufer befragen
Wenn möglich, teste das Fahrzeug auch bei unterschiedlichen Bedingungen. Eine längere Autobahnfahrt zeigt dir, ob die Kopfstütze auch nach einer Stunde noch bequem ist. Ähnlich wie beim Spurwechseltest kannst du so die Langzeittauglichkeit besser einschätzen.
Dokumentation und Kaufentscheidung
Mein Tipp: Mache während oder direkt nach der Probefahrt Notizen zu den Kopfstützen. Es klingt kleinlich, aber wenn du mehrere Fahrzeuge testest, verschwimmen die Eindrücke schnell. Notiere dir:
- Wie einfach war die Einstellung?
- Gab es ausreichend Verstellbereich für deine Körpergröße?
- Wie war der Komfort bei längerer Fahrt?
- Sind aktive Kopfstützen verbaut?
- Gibt es Zusatzoptionen für bessere Sitze?
Bei der finalen Kaufentscheidung sollten Kopfstützen und Sitze ein gewichtiges Kriterium sein. Ich rate: Wenn die Kopfstützen nicht passen und es keine Alternativen gibt, suche weiter. Es gibt genug Modelle am Markt. Die täglich gespürte Ergonomie und die im Ernstfall lebensrettende Sicherheitsfunktion rechtfertigen keine Kompromisse.
Vergiss auch nicht, die Kopfstützen-Situation im Kaufvertrag zu dokumentieren, falls Sonderausstattungen vereinbart wurden. Manche Hersteller bieten gegen Aufpreis optimierte Sitzsysteme mit besseren Kopfstützen – das sollte dann auch so geliefert werden.
Besondere Situationen: Wenn Standard-Kopfstützen nicht reichen
Es gibt Personengruppen, für die Standard-Kopfstützen besonders kritisch sind. Sehr große Menschen (über 1,95 m) und sehr kleine Menschen (unter 1,60 m) stoßen oft an Grenzen. Als Redakteurin, die sich auf Alltagstauglichkeit spezialisiert hat, rate ich hier zu besonderer Sorgfalt.
Ganz ehrlich: Wenn du körperlich außerhalb des Durchschnitts liegst, plane mehr Zeit für die Probefahrt ein. Teste mehrere Fahrzeuge und Ausstattungsvarianten. Manche Hersteller bieten spezielle Sitze für große Menschen an – Mercedes beispielsweise hat optionale Sitze mit extra langem Sitzpolster und höheren Kopfstützen.
Sonderfälle und Lösungen
Für Menschen mit Rückenproblemen: Hier ist das Zusammenspiel von Lordosenstütze, Sitzlehnenkontur und Kopfstütze besonders wichtig. Teste unbedingt mehrere Stunden, idealerweise mit verschiedenen Streckentypen von Autobahn bis Landstraße.
Für Brillenträger: Achte darauf, dass die Kopfstütze nicht gegen den Brillenbügel drückt. Bei manchen Polsterungen ist das nach kurzer Zeit schmerzhaft.
Bei langen Haaren: Hochsteckfrisuren oder Zöpfe können mit manchen Kopfstützenformen kollidieren. Teste die Position mit deiner typischen Alltagsfrisur.
Für ältere Menschen: Mit zunehmendem Alter nimmt die Beweglichkeit der Halswirbelsäule ab. Eine gut erreichbare und leicht verstellbare Kopfstütze wird dann wichtiger. Prüfe, ob du die Verstellung bequem vom Sitz aus erreichen kannst.
Kopfstützen bei Gebrauchtwagen: Extra-Aufmerksamkeit nötig
Bei Gebrauchtwagen solltest du die Kopfstützen noch kritischer prüfen. Verschleiß, unsachgemäße Behandlung oder sogar Unfallschäden können die Funktion beeinträchtigen. Bei meinen Gebrauchtwagenprüfungen schaue ich mir die Kopfstützen immer genau an.
Worauf du achten solltest:
- Verschleiß der Polsterung: Risse, durchgescheuerte Stellen oder Abnutzung deuten auf intensive Nutzung hin
- Verfärbungen: Können auf mangelnde Pflege oder Feuchteschäden hinweisen
- Mechanik testen: Lassen sich die Kopfstützen noch leichtgängig verstellen oder hakt es?
- Vollständigkeit: Sind alle Kopfstützen vorhanden? Bei manchen Gebrauchtwagen fehlen hinten die Außenkopfstützen
- Originalzustand: Wurden die Kopfstützen ausgetauscht? Falls ja: Warum?
Lass dich bei einem Gebrauchtwagen nicht vom günstigen Preis blenden, wenn die Kopfstützen in schlechtem Zustand sind. Der Austausch kann teuer werden – bei Premium-Herstellern kosten einzelne Kopfstützen mit Aktiv-System mehrere hundert Euro.
Nach dem Kauf: Kopfstützen regelmäßig kontrollieren
Die Arbeit endet nicht mit dem Kauf. Kopfstützen sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf nachjustiert werden. Wenn mehrere Personen das Fahrzeug nutzen, wird die Einstellung öfter verändert – und dabei auch mal falsch zurückgestellt.
Meine Empfehlung: Nimm dir alle drei Monate Zeit für einen kurzen Check. Sitze ich noch richtig? Passen die Kopfstützen noch zur aktuellen Sitzposition? Gerade wenn du deine Sitzeinstellung angepasst hast – etwa wegen Rückenproblemen oder nach längerer Pause (Schwangerschaft, Verletzung) – müssen auch die Kopfstützen neu eingestellt werden.
Bei modernen Fahrzeugen mit Memoryfunktion für die Sitze werden manchmal auch die Kopfstützen-Positionen gespeichert. Das ist komfortabel, aber prüfe trotzdem regelmäßig, ob die gespeicherte Position noch optimal ist.
Fazit: Kopfstützen verdienen deine volle Aufmerksamkeit
Stellen Sie sich vor, Sie müssten nach einem Auffahrunfall wochenlang mit einem Schleudertrauma leben – nur weil Sie bei der Probefahrt die Kopfstützen nicht richtig getestet haben. Das klingt dramatisch, ist aber Realität für Tausende von Menschen jedes Jahr. Dabei lässt sich dieses Risiko mit wenigen Minuten Aufmerksamkeit bei der Probefahrt minimieren.
Das Kopfstützen einstellen Probefahrt sollte auf deiner Checkliste ganz oben stehen – zusammen mit Bremsen, Motor und Sicherheitssystemen. Es geht nicht nur um Sicherheit im Crashfall, sondern auch um deinen täglichen Komfort und deine Gesundheit. Nackenverspannungen durch schlecht eingestellte Kopfstützen können dir jede Freude am neuen Auto vermiesen.
Mein abschließender Rat: Nimm dir Zeit, teste gründlich, und scheue dich nicht, auch mal „Nein“ zu sagen, wenn die Kopfstützen nicht passen. Es gibt genug Alternativen am Markt. Deine Gesundheit und Sicherheit sind wichtiger als jedes noch so verlockende Angebot. Bei der nächsten Probefahrt weißt du jetzt genau, worauf es ankommt – und kannst diesen oft vernachlässigten Aspekt professionell prüfen.
Häufig gestellte Fragen zu Kopfstützen bei der Probefahrt
Wie hoch sollte die Kopfstütze im Auto richtig eingestellt sein?
Die Oberkante der Kopfstütze sollte mindestens auf Höhe des Scheitels liegen, idealerweise 2-3 cm darüber. Die Mitte der Kopfstütze befindet sich dann etwa auf Ohrhöhe. Der Abstand zwischen Hinterkopf und Kopfstütze sollte maximal 2-4 cm betragen. Diese Position bietet den besten Schutz bei einem Heckaufprall und verhindert Schleudertrauma-Verletzungen am effektivsten.
Was sind aktive Kopfstützen und wie erkenne ich sie?
Aktive Kopfstützen bewegen sich bei einem Aufprall automatisch nach vorne und oben, um den Kopf schneller abzufangen und den Beschleunigungsweg zu minimieren. Du erkennst sie oft an einer etwas komplexeren Mechanik im Sitz oder an entsprechenden Hinweisen in der Ausstattungsliste. Bei der Probefahrt solltest du gezielt danach fragen – Hersteller wie Volvo (WHIPS), Mercedes (NECK-PRO) und BMW bieten solche Systeme oft ab Mittelklasse-Modellen an.
Kann ich bei der Probefahrt wirklich beurteilen, ob die Kopfstützen passen?
Ja, die grundsätzliche Eignung lässt sich gut einschätzen. Du kannst den Verstellbereich, die Höheneinstellung und den Komfort testen. Für ein abschließendes Urteil zur Ergonomie empfehle ich eine längere Probefahrt von mindestens 1-2 Stunden. Die Sicherheitsfunktion im Crashfall kannst du naturgemäß nicht testen, aber du kannst die korrekte Positionierung und Fixierung überprüfen sowie dich über vorhandene Sicherheitssysteme informieren.
Was mache ich, wenn die Kopfstütze nicht hoch genug ist für meine Körpergröße?
Wenn die Kopfstütze auch in maximaler Auszugsposition nicht mindestens auf Scheitelhöhe reicht, ist das ein klares Ausschlusskriterium für dieses Fahrzeugmodell. Prüfe zunächst, ob optional andere Sitzsysteme mit höheren Kopfstützen verfügbar sind. Manche Hersteller bieten spezielle Sitze für große Menschen an. Falls nicht, solltest du dich nach einem anderen Modell umsehen – Kompromisse bei der Sicherheit sind nicht akzeptabel.
Muss ich auch die Kopfstützen auf den Rücksitzen bei der Probefahrt testen?
Unbedingt, besonders wenn du regelmäßig Mitfahrer hast oder ein Familienauto suchst. Die Rücksitze werden oft vernachlässigt, obwohl dort häufig Kinder oder andere Familienmitglieder sitzen. Prüfe die Verstellbarkeit, die Höhe und ob die Kopfstützen überhaupt richtig montiert sind. Bei manchen Gebrauchtwagen fehlen die hinteren Außenkopfstützen komplett – ein absolutes No-Go aus Sicherheitssicht.